Ausstellung über Alfred Hausser und Walter Vielhauer in Stuttgart

9. Dezember 2019

Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten

 

 

 

Ausstellungseröffnung am 10.12.2019, 18:00 Uhr im

DGB-Haus, Willy Bleicher -Haus,
Willy-Bleicherstrasse 20; 70174 Stuttgart

Wer sollte heute den Schwur von Buchenwald erfüllen, wenn nicht wir?
Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten, die sich stets für Frieden,
Freiheit und soziale Gerechtigkeit einsetzten. Sie verstanden es, in Solidarität
miteinander und mit großen persönlichen Opfern dem Terror der Nazizeit
und ihrer Gesellen zu widerstehen und sich niemals unterkriegen zu lassen.

In Stuttgart geboren, ging Alfred Hausser von 1928 bis 1932 als Mechaniker
in die Lehre. Er war Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands. 1933 ging er in den Widerstand.

1934 wurde er verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
EinenTeil der Haftzeit verbrachte er im Zuchthaus Ludwigsburg und wurde zur
Zwangsarbeit für Bosch im Gefängnisbetrieb eingeteilt. Nach seiner Entlassung
war Alfred Hausser Mitgründer der VVN – Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes – und von 1961 bis 1992 auch deren Landesvorsitzender. 2003 verstarb er.

Walter Vielhauer wurde 1909 in Reutlingen geboren, kam aber bereits 1914
nach Heilbronn. Er machte eine Lehre zum Silberschmied und wurde 1928 Mitglied
im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Bereits im März 1933
erfolgte die erste Verhaftung. Er war fast durchgehend bis 1945 in verschiedenen
Gefängnissen und KZ inhaftiert. Walter Vielhauer betreute im KZ Buchenwald heimlich das jüdische Kind Stefan Jerzy Zweig, was im Roman „Nackt unter Wölfen“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde.

Walter Vielhauer

Nach seiner Entlassung wurde er zum Dezernenten für Wohnungs-,
Arbeits- und Fürsorgefragen in Heilbronn berufen. Von Juli 1947 bis Juni
1948 wirkte Walter Vielhauer als Ankläger bei der Spruchkammer zur Entnazifizierung
in Heilbronn. Er war fassungslos enttäuscht, wie sich die Verfahren zur wirkungslosen
Farce entwickelten und alte Nazis wieder in ihre Ämter zurückkehrten.

 

Die Ausstellung geht bis zum 28.2.2019