Erinnerung an Lilo Herrmann

18. Juni 2020

Die VVN-BdA Stuttgart ruft zur Teilnahme an der Gedenklundgebung am 20.6.2020 auf. Beginn ist um 12 Uhr am Gedenkstein an der Uni Stuttgart.

 

Der Text vom Aufruf:

Kundgebung in Gedenken an die Widerstandskämpferin Lilo Herrmann
Wann? : 20.06.2020 – 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Wo? Gedenkstein im Unipark (Universitätsbereich Stadtmitte, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart)

Am 20. Juni jährt sich der Todestag von Liselotte, kurz Lilo, Herrmann. Sie war eine kommunistische Widerstandskämpferin gegen den deutschen Faschismus und unter anderem auch in Stuttgart aktiv. Schon früh engagierte sie sich in kommunistischen Jugendgruppen und trat 1931 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei.

An der technischen Hochschule Stuttgart studierte sie Chemie und anschließend Biologie in Berlin. Für ihre politische Arbeit wurde sie zusammen mit 110 anderen Studierenden der Universität verwiesen.

1934 wurde ihr Sohn Walter geboren, doch er konnte seinen Vater, den Stuttgarter KPD-Funktionär Fritz Rau, nie kennenlernen, da ihn die Gestapo 1933 bereits im Gefängnis ermordete.
Lilo zog zurück nach Stuttgart, wo sie weiterhin im Untergrund im antifaschistischen Widerstand kämpfte. Sie leitete beispielweise wichtige Informationen über Rüstungsprojekte der Nazis an KommunistInnen in der Schweiz weiter.
Im Dezember 1935 wurde sie verhaftet und blieb bis zu ihrem Prozess inhaftiert. Trotz zahlreicher Verhöre und erschwerten Haftbedingungen schützte sie ihre GenossInnen und gab den Faschisten keine Informationen.
Am 20. Juni 1938 wurde Lilo hingerichtet.

Lilo Herrmann mit ihrem Sohn Walter

Gedenkkultur ist nicht nur an einem Tag im Jahr wichtig, sondern sollte in unserem politischen Handeln stets bei uns sein.

Wir wollen nicht nur an Lilo und ihren Kampf erinnern, sondern ihn auch weiterführen. Es ist wichtig antifaschistische Geschichte sichtbar zu machen!
Auch heute zeigt sich immer wieder, dass Rassismus und Faschismus tödlich sind.

Gerade in der aktuellen Rechtsentwicklung zeigt Lilo Herrmanns mutiges Handeln, dass unser Kampf trotz widriger Umstände weitergeführt werden muss.
Kommt deshalb am 20. Juni um 12 Uhr auf das Universitätsgelände und lasst uns gemeinsam Lilo Gedenken.
Erinnern heißt Kämpfen!

Lilo Herrmann mit ihrem Sohn Walter

 

Aktionsbündnis 8. März Stuttgart
Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region
DKP Stuttgart
Linkes Zentrum Lilo Herrmann
VVN-BdA Kreisvereinigung Stuttgart

Der 8. Mai bleibt der Jahrestag der Befreiung – Gedenkfeier in Stuttgart

5. Mai 2020

Presseerklärung anlässlich des 75. Jahrestages zur Befreiung von Krieg und Faschismus

Am 8. Mai, dem 75. Jahrestag zur Befreiung von Krieg und Faschismus, gedenken wir der Opfer des II. Weltkriegs und des Faschismus und ehren den antifaschistischen Widerstand. Ein Bündnis von über 30 Organisationen, darunter auch verdi und DGB Stuttgart, rufen dazu auf, am Freitag, 8. Mai zwischen 17 und 19 Uhr Blumen und Kränze am Mahnmal für die Opfer des Faschismus (Stauffenbergplatz) niederzulegen. Die Aktion wird vom Bündnis mit Friedens- und antifaschistischen Liedern und kurzen Texten begleitet. Sie wird entsprechend den Corona-Schutzmaßnahmen (Abstand, Mundschutz) durchgeführt.

Im Aufruf des Bündnisses heißt es u.a.:

„Tatsächlich gibt es keinen Tag in der Geschichte Europas, der so viel Freude und Erleichterung ausgelöst hat, der gleichzeitig so teuer errungen werden musste, wie dieser 8. Mai 1945. Mehr als 55 Millionen Menschen fielen Nazi-Terror, Holocaust und Vernichtungskrieg zum Opfer. Sie bezahlten den deutschen Griff nach der Weltherrschaft mit unvorstellbarem Leid und ihrem Leben. Die Hauptlast des Krieges und der Befreiung trugen dabei die Menschen in der Sowjetunion. Millionen alliierte Soldaten, Frauen und Männer aus dem Widerstand, PartisanInnen und Kriegsverweigerer haben für diesen Tag ihr Leben riskiert und geopfert. Sie alle kämpften als Teil der Anti-Hitler-Koalition für eine Welt ohne Kriege, Elend und Unterdrückung. Ihnen danken wir… Das Vermächtnis und der Auftrag des 8. Mai gebieten es, die Forderung „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ in den Mittelpunkt aller politischen Kämpfe zu rücken. Die vielen Opfer, die für den Tag der Befreiung erbracht werden mussten, geben uns diesen Auftrag: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ So lautete der Schwur der befreiten Häftlinge von Buchenwald. Diesem Schwur fühlen auch wir uns weiterhin verpflichtet: Nie wieder Faschismus und Krieg!“

In diesem Sinne ruft das Bündnis alle friedensliebenden und antifaschistischen Kräfte dazu auf, das Mahnmal am 8. Mai als einen Gedenkort sichtbar zu machen.

———————————————

Soll die VVN zerschlagen werden?

22. Januar 2020

Wir veröffentlichen die Presseerklärung der Bundessprecher der VVN-BdA und der Vorsitzenden der TVdN-BdA Thüringen.

Droht die Zerschlagung der VVN-BdA Bundesvereinigung durch die Finanzämter?
 
Am 6. Januar 2020 wurde der thüringischen Landesvereinigung (TVdN-BdA e.V.) der VVN-BdA vom Finanzamt Erfurt die Gemeinnützigkeit 
erneut bescheinigt. Allerdings macht das Erfurter Finanzamt zur Auflage, dass der Thüringer Landesverband an die Bundesvereinigung keine Mittel mehr abführen darf.
Damit sind die der Bundesvereinigung zustehenden Anteile am Beitragsaufkommen gemeint.
 Darüber hinaus fordert das Finanzamt Erfurt nun „aus gemeinnützlichkeitsrechtlicher Sicht“, dass der Thüringer Verband „bei der nächsten Mitgliederversammlung“
seine Satzung zu ändern habe – was offenbar bedeutet, dass der Mittelfluss sogar satzungsmäßig unterbunden werden soll.
Sollte der Thüringer Verband dieser Auflage nicht folgen, wird ihm mit Aberkennung der Gemeinnützigkeit gedroht, denn – so die Begründung – gemeinnützige Vereine
dürfen nur an andere „steuerbegünstigte Körperschaften“ Mittel weitergeben.
 Hintergrund ist, dass der Bundesvereinigung am 4.11.2019 vom Berliner Finanzamt für Körperschaften 1 die Gemeinnützigkeit entzogen worden ist,
 wogegen diese Widerspruch  eingelegt hat.
 Am 16. Januar forderte das Finanzamt Saarbrücken die Landesvereinigung im Saarland auf, binnen drei Wochen zu erklären, wie sie künftig mit der
 Mittelweitergabe an die nunmehr  nicht mehr gemeinnützige Bundesvereinigung verfahre.
 Sollte die Aberkennung der Gemeinnützigkeit Rechtskraft erlangen ist also mit ähnlichen Auflagen wie in Thüringen in anderen Bundesländern zu rechnen.
 Dies würde den Verlust der Haupteinnahmen der Bundesvereinigung und damit das Aus für den Verband bedeuten.
 Unser Landesverband Thüringen wird gegen diese Auflage Einspruch einlegen und beantragen, die Angelegenheit bis zur Entscheidung über den Einspruch
 der Bundesvereinigung gegen den Berliner Bescheid ruhen zu lassen. Der Anwalt wird auch zur Anfrage im Saarland entsprechend Stellung nehmen.
 Es bleibt dabei: Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!

Cornelia Kerth, Dr. Axel Holz
Bundesvorsitzende

Elke Pudszuhn
Vorsitzende TVdN-BdA

 22.01.20
 Pressekontakt: Bundesgeschäftsführer Thomas Willms, 0176-22638719
-- 
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA) e.v., Bundesvereinigung
Magdalenenstr. 19, 10365 Berlin
Tel.: +49 (0)30 5557 9083 2
Fax: +49 (0) 5557 9083 9
Spendenkonto
IBAN: DE94 1005 0000 0190 0372 70
BIC: BELADEBEXXX

Ausstellung über Alfred Hausser und Walter Vielhauer in Stuttgart

9. Dezember 2019

Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten

 

 

 

Ausstellungseröffnung am 10.12.2019, 18:00 Uhr im

DGB-Haus, Willy Bleicher -Haus,
Willy-Bleicherstrasse 20; 70174 Stuttgart

Wer sollte heute den Schwur von Buchenwald erfüllen, wenn nicht wir?
Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten, die sich stets für Frieden,
Freiheit und soziale Gerechtigkeit einsetzten. Sie verstanden es, in Solidarität
miteinander und mit großen persönlichen Opfern dem Terror der Nazizeit
und ihrer Gesellen zu widerstehen und sich niemals unterkriegen zu lassen.

In Stuttgart geboren, ging Alfred Hausser von 1928 bis 1932 als Mechaniker
in die Lehre. Er war Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands. 1933 ging er in den Widerstand.

1934 wurde er verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
EinenTeil der Haftzeit verbrachte er im Zuchthaus Ludwigsburg und wurde zur
Zwangsarbeit für Bosch im Gefängnisbetrieb eingeteilt. Nach seiner Entlassung
war Alfred Hausser Mitgründer der VVN – Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes – und von 1961 bis 1992 auch deren Landesvorsitzender. 2003 verstarb er.

Walter Vielhauer wurde 1909 in Reutlingen geboren, kam aber bereits 1914
nach Heilbronn. Er machte eine Lehre zum Silberschmied und wurde 1928 Mitglied
im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Bereits im März 1933
erfolgte die erste Verhaftung. Er war fast durchgehend bis 1945 in verschiedenen
Gefängnissen und KZ inhaftiert. Walter Vielhauer betreute im KZ Buchenwald heimlich das jüdische Kind Stefan Jerzy Zweig, was im Roman „Nackt unter Wölfen“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde.

Walter Vielhauer

Nach seiner Entlassung wurde er zum Dezernenten für Wohnungs-,
Arbeits- und Fürsorgefragen in Heilbronn berufen. Von Juli 1947 bis Juni
1948 wirkte Walter Vielhauer als Ankläger bei der Spruchkammer zur Entnazifizierung
in Heilbronn. Er war fassungslos enttäuscht, wie sich die Verfahren zur wirkungslosen
Farce entwickelten und alte Nazis wieder in ihre Ämter zurückkehrten.

 

Die Ausstellung geht bis zum 28.2.2019

VVN-BdA verliert Gemeinnützigkeit

22. November 2019

Presseerklärung zu dem Entzug der Gemeinnützigkeit

 

Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!
Schwerer Angriff auf die VVN-BdA

Am 4. November hat das Finanzamt für Körperschaften I des Landes Berlin
der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. die
Gemeinnützigkeit entzogen. Damit verbunden sind vorerst
Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe, die noch in diesem Jahr
fällig werden. Weitere erhebliche Nachforderungen sind zu erwarten und
auch zukünftig drohen wesentlich höhere steuerliche Belastungen. Damit
ist die VVN-BdA in ihrer Existenz bedroht.
Das Finanzamt Berlin handelt damit anders, als das Finanzamt
Oberhausen-Süd, das der Landesvereinigung NRW die Gemeinnützigkeit am
22. Oktober gewährt hat. In beiden Fällen war derselbe Vorwurf erhoben
worden. Er besteht darin, dass die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA
im bayrischen Verfassungsschutzbericht wiederholt als linksextremistisch
beeinflusst dargestellt wird. Während das Finanzamt Oberhausen-Süd der
Widerrede der VVN-BdA im Anhörungsverfahren entsprach, beharrt das
Berliner darauf, dass „der volle Beweis des Gegenteils, als Widerlegung
der Vermutung als extremistische Organisation“ nicht erbracht worden sei.
Das bedeutet, dass die Bewertung durch eine nachgeordnete bayrische
Landesbehörde, die laut bayrischem Gerichtshof keine Tatsachenbehauptung
darstellt, demnach über das Schicksal einer bundesweit arbeitenden
zivilgesellschaftlichen Organisation entscheiden dürfen soll.

Von Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse 1947 gegründet,
ist die VVN-BdA seitdem die größte, älteste, überparteiliche und
überkonfessionelle Organisation von Antifaschistinnen und Antifaschisten
Deutschlands. Sie vertritt die Interessen von Verfolgten und
Widerstandskämpfern, sowie deren Nachkommen, tritt für Frieden und
Völkerverständigung ein und hat gegen große gesellschaftliche
Widerstände wesentlich dafür gesorgt, dass die Verbrechen des
Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten sind, u.a. durch den Einsatz
für die Errichtung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten und vielfache
Zeitzeugenarbeit. Sie informiert über aktuelle neofaschistische Umtriebe
und organisiert den Widerstand in breiten Bündnissen.

Wir sind entsetzt und empört darüber, dass sich das Berliner Finanzamt
die haltlosen Unterstellungen der bayrischen Behörde ungeprüft zu eigen
macht. Damit behindert es genau das zivilgesellschaftliche Engagement,
das von Regierung und Parteien angesichts schrecklicher
rechtsterroristischer Verbrechen allenthalben eingefordert wird.

Wir fordern die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für unsere Organisation!
Wir fordern praktische Unterstützung für alle zivilgesellschaftlichen
Gruppen und Organisationen, die die Grundwerte des Grundgesetzes gegen
rassistische, antisemitische, nationalistische und neofaschistische
Angriffe verteidigen!

Cornelia Kerth, Dr. Axel Holz
Bundesvorsitzende

22.11.19

Gedenkfeier zur Erinnerung an Lilo Herrmann am 20.6.2019.

14. Juni 2019

Gedenkfeier für Lilo Herrmann am 20.6.2019 am Gedenkstein für die Stuttgarter Widerstandskämpferin an der Uni Stuttgart.

Beginn 17 Uhr.

 

Vor 81 Jahren wurde die Stuttgarter Antifaschistin und Kommunistin Lilo Herrmann hingerichtet.

Als das „Volksgericht“ vom 8. bis 12. Juni 1937 in Stuttgart tagte, wurde auch gegen Lilo Herrmann und vier weitere Mitangeklagte verhandelt. In der Anklageschrift heiß es: „Zum Zweck der sogenannten Antikriegspropaganda verwendet die KPD in ihrer internationalen Hetzpresse ganz planmäßig geheime, den Stand der Rüstung aufzeigende Nachrichten aus deutschen Rüstungsbetrieben und küpft hieran die Behauptung, die Reichsregierung bereite einen Angriffskrieg vor.“ Am 12. Juni wurde das Urteil verkündet. Vier Mitglieder der Gruppe wurden zum Tod, einer zu 12 Jahren Zuchthaus, verurteilt.

Lilo Herrmann mit ihrem Sohn

Gleich nach der Verhaftung von Lilo Herrmann am 7. Dezember 1935 entwickelte sich eine internationale Solidaritätsbewegung mit ihr. In mehreren Ländern, darunter in Belgien, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz, entstanden Komitees, die die drohende Hinrichtung verhindern wollten. Im Mittelpunkt stand dabei, dass zum ersten Mal eine junge Mutter zum Tod verurteilt wurde.

Trotz der internationalen Proteste wurde Lilo Herrmann am 20.6.1938 hingerichtet.

Wir erinnern an die mutige Frau, die trotz Folter niemanden verraten hat und bis zu ihrem Tod davon überzeugt war, dass der Faschismus besiegt wird und danach eine bessere Welt entsteht.

Erinnerung an den Stuttgarter Antifaschisten Alfred Hausser

24. Mai 2019

„Nur wer sich aufgibt ist verloren“

Ausstellung und Retro-Filmpremiere über Alfred Hausser:

Mittwoch, 29. Mai 2019
19 Uhr
Hotel Silber, Foyer ,
Eintritt: 4 €

 

Das Filmporträt des Stuttgarter Verfolgten des Nazi-Regimes, Alfred Hausser, aus dem Jahr 1996 wird in einer neu bearbeiteten, digitalisierten Fassung gezeigt. Das Wiedersehen mit Alfred Hausser im Film wird gerahmt von Gesprächen mit dem Filmemacher Jürgen Weber aus Konstanz und Janka Kluge, Geschäftsführerin VVN -BDA. Moderiert wird der Abend von Friederike Hartl Stadtjugendring Stuttgart und Elke Banabak, Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.

Alfred Hausser, (27.08.1912 bis 12.08.2003) wurde als Sohn einer Arbeiterfamilie in Stuttgart geboren. Ab 1930 wurde er Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes. 1934 wurde er als 22-Jähriger von den Nazis verhaftet und wegen der Verteilung von Flugblättern gegen das Hitlerregime als Hochverräter vor dem Volksgerichtshof in Berlin zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Nach der Befreiung durch die Amerikaner kehrte er nach Stuttgart zurück und gründete hier mit anderen die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN). Von 1961 bis 1992 war er Landesvorsitzender der VVN.

Von Mittwoch, 29.5. bis Dienstag 4.6.wird im Hotel Silber außerdem eine von der VVN erarbeitete Wanderausstellung über das Leben von Alfred Hausser im Seminarraum 2 im EG zu sehen sein.

Veranstalter: Initiative Lern und Gedenkort Hotel Silber e.V. in Kooperation mit dem Stadtjugendring Stuttgart, dem Haus der Geschichte Baden Württemberg und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschisten Stuttgart.

Bericht über die Reise der Naturfreunde in den Senegal

7. Mai 2019

Elisabeth Mathes berichtet am 16.5.2019 bei den VVN Senioren Stuttgart über die Reise der Naturfreunde im Januar 2018 in den Senegal.

Beginn ist um 14 Uhr 30 im Clara-Zetkin-Haus, Gorch-Fock Strasse 28, Stuttgart Sillenbuch

 

 

Begleitet von einem bunten Rahmenprogramm wurde im Januar 2018 die erste afrikanische Landschaft des Jahres der Naturfreunde Internationale im Senegal / Gambia (Westafrika) eröffnet.

Elisabeth Mathes gibt einen Bericht mit Bildern von dieser Reise zur Entwicklung von nachhaltigem, grenzüberschreitendem Tourismus, die von der Naturfreunde Internationale (NFI) mit Partnern aus der Region organisiert wurde.

Das Pilotprojekt zeigt, wie internationale Solidarität anhand konkreter Aktivitäten in der Region gelebt und nachhaltig verankert werden kann.

Elisabeth Mathes, Naturfreundin, war Teilnehmerin dieser Reise.

Kundgebung am 8.Mai (Tag der Befreiung) am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus

6. Mai 2019

Kundgebung 8. Mai 17 – 18 Uhr, am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, am Karlsplatz, Stuttgart

 

Die VVN-BdA Stuttgart führt zusammen mit Kultur des Friedens eine Kundgebung zum Tag der Befreiung durch. Wir erinnern jedes Jahr am 8. Mai an die Verbrechen der faschistischen Diktatur.

Millionen Ermordete Menschen mahnen „Niemals wieder“.

Der Schwur von Buchenwald, den überlebende Häftlinge aus vielen Ländern, gemeinsam auf dem Apellplatz geleistet haben, gilt für uns noch immer.

 

 

Der Schwur von Buchenwald

Kameraden!

Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Außenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten 51 000 Gefangenen!

51 000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet, abgespritzt,

51 000 Väter, Brüder, Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren,

51 000 Mütter und Frauen und Hunderttausende Kinder klagen an:

Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eines am Leben hielt, dann war es der Gedanke:

Es kommt der Tag der Rache!

Heute sind wir frei!

Wir danken den verbündeten Armeen der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiators des Kampfes um eine neue demokratische, friedsame Welt F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken!

Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, Slowaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslawen und Ungarn, kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung.

Uns beseelte die Idee: Unsere Sache ist gerecht – Der Sieg muß unser sein!

Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf, und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitlerfahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum! Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neue Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.

Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:

W I R S C H W Ö R E N !

* Ansprache in französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher Sprache auf der Trauerkundgebung des Lagers Buchenwald am 19. April 1945.

Lesung mit Vera Friedländer am 12.3.2019 im „Hotel Silber“

13. Februar 2019

Die VVN-BdA Stuttgart veranstaltet zusammen mit der Initiative Gedenkort Hotel Silber und der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg eine Lesung mit Gespräch  der ehemaligen Zwangsarbeiterin Vera Friedländer. Die heute 91 jährige mußte in einer Fabrik, die für die Schuhfirma Salamander produziert hat Zwangsarbeit verrichten.

Nach der Befreiung vom Faschismus studierte sie an der Humboldt Universität in Ostberlin Germanistik. nach der Promotion arbeitete sie als Verlagslektorin. 1975 zog sie zusammen mit ihrem Mann nach Warschau. An der Universität von Warschau lehrte sie. 1982 erhielt sie den Jacob und Wilhelm Grimm Preis. Zwischen 1982 und 1986 hatte sie eine Professur für Germanistik an der Humboldt Universität inne.

 

Bild Lothar Eberhardt (Berlin)

 

 

1990 war sie Mitgründerin des Jüdischen Kulturvereins Berlin. Mit Unterstützung des Vereins gründete sie eine Sprachschule für jüdische Einwanderer aus Osteuropa. Die Schule trägt bis heute ihren Namen.

Sie arbeitet in der Berliner Stolpersteinintiative mit und engagiert sich für die Erinnerung an Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.

Sie hat zahlreiche Bücher geschrieben, darunter eine Biographie  „Man kann nicht eine halbe Jüdin sein“ und „Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander“.

 

 

 

 

Ältere Nachrichten ·